St. Wolfgang Haundorf

Wallfahrten nach Haundorf?

Die Pfarrkirche St. Wolfgang trägt die Jahreszahl 1458.
Über die Erbauung und Einweihung des Haundorfer Gotteshauses gibt es keine verläßlichen Angaben. Lediglich aus der über dem Chorbogen eingemeißelten Jahreszahl 1458 läßt sich ersehen, daß der ursprüngliche Bau aus dieser Zeitepoche stammt. Der heiliggesprochene Namenspatron St. Wolfgang veranlaßte in der vorreformatorischen Zeit wahrscheinlich Wallfahrten der Gläubigen in das von dichten Wäldern umsäumte Haundorf. Tatsächlich wird in einem Verzeichnis der Kirchen des Bistums Eichstätt 1464 eine "Capella St. Wolfgangi nondum confirmata" erwähnt.1480 taucht ein von Gräfensteinberg abhängiger Frühmesner mit Sitz in Haundorf auf. Sein Einkommen soll mehr als bescheiden gewesen sein. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche von gottlosen Horden stark beschädigt; das Dorf gab es nicht mehr. Noch 1912 fand man bei Renovierungsarbeiten verräterische Brandspuren.1706 erfuhr das Kirchenschiff eine gänzliche Umgestaltung im damals bevorzugten Barockstil. Anlaß war wohl, daß die Ansbacher Markgrafen bei ihren häufigen Jagd aufenthalten in Lindenbühl und Georgenthal die Gottesdienste in Haundorf zu besuchen pflegten. Die hohen Herrschaften geizten nicht mit finanzieller Unterstützung
Aus dieser Zeit stammt die wunderschöne Stuckdecke mit dem von Blattwerk eingerahmten markgräflichen Wappen. Seit der Innenraum-Renovierung 1994/95 - die Freilegung der alten Fresken wurde Ende der vierziger Jahre von Pfarrer Heinrich Schmidt veranlaßt - schwebt sie wieder prächtig über den einstigen Untertanen. - Für die Bildhauerarbeiten von Barockaltar und Kanzel war kein Geringerer als der ansbachische Hofbildhauer Joseph Volpini verantwortlich. Viele auswärtige Gäste, voran der markgräfliche Hof, wohnten den Einweihungsfeierlichkeiten bei. Der aus Gunzenhausen kommende Kantor Frey "hielt eine Musik mit seinen Musicis". Die Haundorfer spendierten den 14 Pferden der hohen Ehrengäste ausreichend Heu und Hafer. Sämtliche Renovierungskosten machten 953 fl. aus. Der aus behauenen rötlichen Sandsteinquadern bestehende Kirchturm erhielt 1711 einen achteckigen Aufsatz. Seine schlanke Gestalt mit dem ziegelgedeckten Spitzhelm blickt seit 1791 auf die kleinen Menschen dort unten herab. 1713 stiftete der Markgraf der Kirche gnädigerweise ein Ölgemälde, das die Geschehnisse am Ölberg im Garten von Gethsemane darstellt.

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Pfarramt Haundorf
Georgentalweg 1
91729 Haundorf

Katharina und Thorsten Wolff

Tel.  09837/254
Fax. 09837/976 470